AKTUELLE INFOS AUS DEM PROJEKT  (Stand März 2020)

BILDUNG FÜR AWASA - Zugang zu Bildung als Brücke in die Zukunft


Im vergangenen Schuljahr besuchten insgesamt 21.370 Kinder die 56 Schulen und Kindergärten der Diözese Awasa. Das bedeutet einerseits: Der Zuspruch zu den schulischen Angeboten wird immer größer, da der Mehrwert, den die Kindern hier haben, von den Eltern mehr und mehr geschätzt wird. Und es bedeutet auch, dass das sich stets qualitativ verbessernde Bildungsangebot  für immer mehr Kinder Brücken in eine erfogreiche, selbstgestaltete Zukunft baut.

 

Der Besuch einer Schule und der Erwerb von Bildung sind in vielen vorwiegend ländlichen Regionen der Diözese Awasa immer noch nicht selbstverständlich, auch wenn das 4. Ziel der von den UN 2015 deklarierten 17 nachhaltigen Ziele für globale Entwicklung (SDGs) lautet: „Jedes Kind weltweit soll Zugang zu einer qualitativen Bildung haben.“ Aber die Situation verbessert sich zusehends. Während der Staat immer mehr Schulen für den Grundschulbereich zur  Verfügung stellt, konzentrieren wir uns mit unseren Partnern vorwiegend auf die qualitative Verbesserung der Schulbildung. Als verantwortlicher Programmmanager für die Betreuung des Bildungsprogramms der Diözese Awasa, stelle ich klar: „Wir nehmen den Qualitätsansatz von Bildung sehr ernst. Dazu zählt einerseits die komplette Implementierung von Kinderschutz und den Sicherheitheitsrichtlinien für Kinder in allen Kindergärten und Schulen der Diözese. Diese ist inzwischen ein fixer Bestandteil des Erziehungsprogramms. Aufgrund traditioneller Rituale und Rollenbilder ist es besonders für Mädchen wichtig, dass dieses Sicherheitsnetzwerk in allen Schulen und für alle Kinder existent und  funktionsfähig ist. Nur so lassen sich besonders massive Verstöße gegen die Rechte von Mädchen zumindest teilweise in den Griff kriegen. Eine der leider in manchen Regionen weit verbreiteten leidvollen Traditionen ist das Kidnappen und Vergewaltigen von Mädchen im Alter von dreizehn oder vierzehn Jahren, um sie im Anschluss zwangsweise zu verheiraten. Glücklicherweise gibt es mit den eigens dafür ausgebildeten Vertrauenspersonen an den Schulen nun erstmals Hilfestellungen für diejenigen Mädchen, denen ein solches Schicksal  widerfährt."

 

WASH-Programm – neue Ansätze in den Bereichen Wasser und Hygiene

Gemeinsam mit  den Verantwortlichen  in der Schulabteilung wurde im vergangenen Jahr auch ein neues Konzept für den gesamten Bereich Wasser, Sanitäreinrichtungen  und Hygiene erarbeitet. Dabei wird in Zukunft eine klare Priorität auf die sogenannten „Softkills“ gelegt. Das bedeutet, dass nicht in erster Linie der Bau einer Wasserversorgung oder einer Toilettenanlage im Vordergrund stehen sollen, sondern das Einbeziehen aller, die zukünftig von der sanitären Infrastruktur profitieren sollen. Es wird Workshops mit den Kinder, den Lehrpersonen und den Eltern geben, um die Bedeutung des Händewaschens nach dem Toilettenbesuch oder der Sauberhaltung der Toiletten zu veranschaulichen. In den Schulen werden sogenannte WASH-Clubs gegründet, in denen die Schülerinnen und Schüler die relevanten Themen an die anderen Kinder weiter geben, und es gibt eine klare und transparente Festlegung, wer jeweils für die verschiedenen Aktivitäten und Bereiche tätig ist. Im Jahr 2020 wird daher als erster und wichtiger Schritt zur Umsetzung dieses Programms ein Managementtraining für alle Direktorinnen und Direktoren erfolgen, um so das nötige Bewusstsein für die Umsetzung des neuen WASH-Konzeptes zu schaffen.

Infrastruktur in den Internaten und Schulausspeisung

In der südlichsten Region der Diözese Awasa, in Borana, leben sehr viele Kinder in Dörfern, die weit weg von den dort ansässigen  Missionsschulen liegen. Die Schulwege sind daher sehr weit, bis zu fünfundzwanzig Kilometer Fußmarsch pro Tag keine Seltenheit. An diesen Schulen erhalten die Kinder an jedem Schultag eine warme Mittagsmahlzeit, um ihnen den Unterrichtsbesuch überhaupt erst möglich zu machen. Zudem konnten kürzlich auch die sanitären Einrichtungen in zwei Mädchen- und drei Bubeninternaten erneuert und modernisiert werden. Hier leben 136 Kinder beziehungsweise Jugendliche, die so weit von den Schulen entfernt wohnen, dass sie zumindest die Woche über im Internat bleiben und dort versorgt und betreut werden. Für die meisten Jugendlichen wäre ohne diese Hostels die Schulkarriere nach der achten Stufe zu Ende und ein Absolvieren der Highschool nicht möglich. Die Hostels sind somit ein weiterer wichtiger Pfeiler der Brücke in die Zukunft dieser Kinder.

 

Internatbesuch als Chance

Kidist ist ein vierzehnjähriges Mädchen, das im vergangenen Juni die Abschlussprüfung der achten Schulstufe mit einem ausgezeichneten Punkteergebnis absolviert hat. Einem Aufstieg in die Highschool wäre damit alles  offen gestanden – wenn das Dorf des Mädchens nicht so weit von der nächsten Highschool entfernt läge. Ihr Wunsch nach Yabello, das liegt 130 Kilometer entfernt, zur Schule gehen zu dürfen, haben die Eltern unverzüglich abgelehnt. Kidist gab nicht auf und holte sich Beratung bei der Vertrauenslehrerin an  ihrer Schule. Diese hat dann gemeinsam mit Kidist  das Gespräch mit den Eltern gesucht und ihnen von den Möglichkeiten des Mädcheninternats in Yabello erzählt.  - Eine Woche später sind sie alle gemeinsam dorthin gefahren. Danach war Kidist begeistert und die Eltern überzeugt, dass ihre Tochter hier gut aufgehoben sein würde. Auch die Kosten für die Unterbringung sind in diesem Internat, das seit über vierzig Jahren von den Verantwortlichen der Schulen in Borana vorbildlich geführt wird, deutlich humaner als ein Studentinnenzimmer in der Stadt  zu mieten. Zudem ist es hier sicher für die rund dreißig Mädchen, und das ist den Eltern besonders wichtig. - Der Besuch des Internats gibt Kidist die Möglichkeit, ein Universitätsstudium zu machen und ihren Traum, Ärztin zu werden, möglicherweise zu verwirklichen.

KURZINFO | BILDUNG FÜR AWASA

Bildung ist der Schlüssel
für die Zukunft.

 

Führt man die grundlegenden Probleme der Menschen in dieser Region zurück zu den Ursprüngen - egal ob Mangelernährung, Armut, Trinkwasserprobleme oder Krankheiten wie Malaria oder HIV/AIDS - die Hauptproblematik ist der gravierende Mangel an Bildung.

 

21.370 Schülerinnen und Schülern in 56 Schulen des Vikariats Awasa konnten im vergangenen Schuljahr durch dieses Projekt den Zugang zu Schule und Ausbildung erhalten.

 

Rund ein Viertel dieser Kinder stammt aus ärmsten Familien, denen oft nicht einmal die Finanzierung der jährlichen Schuleinschreibegebühr von umgerechnet 3 Euro für ein Kind möglich ist.

 

Der Prozentsatz Buben : Mädchen konnte im Vergleich zum Jahr 1997, dem Beginn des Projektes, als er bei 97 : 3 lag, inzwischen auf 51 : 49 verbessert werden. Mit Ihrer Hilfe werden wir schon bald die 50 : 50 - Quote erreichen!

 

Geben Sie mit Ihrer Spende für dieses Projekt Kindern einen Schlüssel in die Hand, der Zukunft heißt!

SPENDENKONTO:

BILDUNG FÜR AWASA

 

IBAN: AT062060403100723356

BIC:   SPFKAT2B

 

Betreff: Bildung für Awasa

Durch den Besuch des Internats wird für Kidist das Absolvieren der Highschool möglich und ihr Traum, Ärztin zu werden, lebt weiter.

(Michael Zündel, März 2020)

I

Impressum   |   Spendenkonto   |    Downloads                                                        © SCHRITTE IN ÄTHIOPIEN