Bildung Awasa

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Betreff: Bildung Awasa

Aktuelle Infos aus dem Projekt

Im vergangenen Schuljahr 2024/25 besuchten insgesamt 25.212 Kinder die Bildungseinrichtungen - Kindergärten, Grund- und Sekundarschulen – des Vikariats Hawassa. Ein Großteil dieser Schulen befindet sich in abgelegenen, sehr ländlich geprägten Gebieten. Hier haben nach wie vor nicht alle Kinder den Zugang und die Chance auf Bildung und Ausbildung.

Das Engagement in Bildung bleibt daher eine der Kernaktivitäten des Vikariats im Bereich der sozialen Entwicklung. Im vergangenen Schuljahr standen 24 Kindergärten, 33 Grund- und Mittelschulen, 2 weiterführende Schulen und 2 Fach- und Berufsschulen unter der Führung des Vikariats. Insgesant wurden 25.212 Schüler*innen in diesen Einrichtungen von mehr als 1.000 Mitarbeiter*innen unterrichtet und pädagogisch begleitet.

Erzielte Erfolge
In allen Bildungseinrichtungen des Vikariats, vom Kindergarten bis zur Oberstufe, wurden 25.212 Schüler*innen aufgenommen, damit konnte die geplante Schüler*innenzahl um 212 übertroffen werden.

Zahlreiche Schulen organisierten erneut spezifische Förderprogramme, um die Prüfungsergebnisse der Schüler*innen zu verbessern. So haben in 8 Grundschulen 100% der Schüler*innen den Übertritt von der 6. in die 7. und von der 8. in die 9. Stufe geschafft. Besonders zu erwähnen ist, dass 90% der Schüler*innen das Abschlussexamen der 12. Stufe geschafft haben. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man den Durchschnitt der positiven Absolvent*innen der staatlichen Schulen in Äthiopien als Vergleich hernimmt, der bei nur knapp über 6,1% lag!

49,5% aller Kinder und Jugendlichen in den Bildungseinrichtungen des Vikariates Hawassa waren Mädchen.

Neben den Fortschritten im qualitativen Bereich des Unterrichts ist auch die Stabilisierung des nachhaltigen Schulbetriebs der 61 Schulen deutlich verbessert und gesteigert worden.

Highlight: erstmals eine Schuluniform für die Kinder in Dhoquolle
Ein ganz besonderes Highlight gab es in diesem Jahr in Dhoquolle, einer der wohl abgelegensten Schulen der Region Borana. Hier konnten rund 500 Kinder erstmals seit dem mehr als 40-jährigen Bestehen der Schule eine Schuluniform in Empfang nehmen. Nicht nur die Eltern waren mächtig stolz darüber, dass die Kinder nun in Uniform zur Schule gehen, auch die Kinder selbst. „Für mich geht ein großer Traum in Erfüllung“, sagte die zwölfjährige Yilma mit strahlenden Augen.

Kinderschutztraining
Auch im vergangenen Schuljahr wurden regelmäßige Kinderschutzschulungen für alle neuen Lehrkräfte der Schulen, die Mitglieder des Leitungsteams und Ausbildungskurse für bestehende und neue Vertrauenspersonen durchgeführt. Besonders effzient war die Arbeit der Schüler*innen der Child Protection Clubs, die an jeder größeren Schule bestehen und die ihre Aktionspläne und Themen während des gesamten Schuljahres erfolgreich umgesetzt haben und im Rahmen der Veranstaltungen zu den zweimal jährlich stattfindenden Eltern-Tagen auch die Eltern erreicht und sensibilisiert haben. Die Investitionen in den Kinderschutz haben sich in jeder Hinsicht bewährt. Das zeigt der Rückgang von Fällen körperlichen und psychischen Missbrauchs im Vergleich zu den Vorjahren sehr deutlich. Erwähnenswert ist auch die verstärkte Unterstützung von Kindern mit Beeinträchtigungen.

Zusammenarbeit mit den Eltern
Das Gremium des Eltern-Lehrer*innen-Teams tagte regelmäßig in allen Schulen. Die wichtigsten Themen waren dabei einerseits die Qualität des Unterrichts für die Kinder sowie die Verbesserung der Nachhaltigkeit der Schulen und das Bestreben, die Finanzen für den laufenden Schulbetrieb zu verbessern. Dabei wurde ersichtlich, dass überall dort, wo für die Eltern die bei weitem bessere Qualität des Unterrichts im Vergleich zu den staatlichen Schulen nachvollziehbar ist, auch die Bereitschaft zum Bezahlen der auch in diesem Jahr erhöhten Schulgebühren vorhanden war.

Mädchenförderung
Der verbesserte Zugang von Mädchen in den sehr ländlichen Gebieten, in denen viele der Schulen des Vikariats liegen, ist ein permanentes Anliegen der Bildungsabteilung. So konnten im letzten Schuljahr 12.479 Schülerinnen eingeschrieben werden, was einem Anteil von 49,5% entspricht. Mit dazu beigetragen haben auch die zwei Mädcheninternate in der Region Borana, durch die Mädchen aus weit entfernten Regionen die Möglichkeit erhalten, auch eine Highschool zu absolvieren.
Es wurden  zudem spezifische Maßnahmen forciert, die das Lernumfeld von Mädchen fördern und die Eltern davon überzeugen, ihre Töchter in eine der kirchlichen Schulen zu schicken. Besondere Angebote dafür sind die Verbesserung der sanitären Infrastruktur an den Schulen. Alle neuen oder renovierten Toilettenanlagen weisen bei den Mädchentoiletten einen eigenen Hygieneraum auf, damit die Mädchen, wenn sie ihre Periode haben, ungestört ihre Binden wechseln können und nicht aus Scheu - wie es zuvor oft der Fall war - während ihrer Periode wertvolle Unterrichtszeit verlieren. Weitere Mädchen fördernde Einrichtungen in den Schulen sind die Neugründung und Führung von verschiedenen Clubs: In den Girls-Clubs befassen sich engagigerte und interessierte Mädchen mit für Mädchen spezifischen Themen (frühe Verheiratung, Genitalverstümmelung, Benachteiligung durch übermäßige Arbeitsbelastung für Mädchen...), in den WASH-Clubs werden speziell Hygiene-Themen behandelt.

Schulausspeisungen in kritischen Regionen
Im vergangen Jahr gab es erneut Schulstandorte im Vikariat, die ganz besonders herausfordernde Lebensbedingungen aufzuweisen hatten. Einer dieser Standorte war die Missionsschule Fullasa, wo das Vikariat einen Kindergarten und eine Grundschule betreibt. Die Bevölkerung  in diesem Einzugsbereich leidet nicht nur unter permanentem Trinkwassermangel, es gab im vergangenen Jahr auch viel zu wenig zu essen, viele Kinder kommen daher mit leerem Magen zum Unterricht und sind generell mangelernährt. Die Schwesterngemeinschaft, die den Kindergarten in Fullasa betreibt, reagierte auf diese Gegebenheiten: Die Kinder erhielten nicht nur ausreichend sauberes Trinkwasser, sie bekamen an jedem Schultag auch ein ausgewogenes Mittagessen. „Wir wissen, dass viele unserer  Kinder zu Hause hungern müssen“, erklärt Schwester Ancia, die den Kindergarten leitet, „daher legen wir großen Wert darauf, dass die Kinder zumindest bei uns im Kindergarten täglich ein Essen bekommen. Manche nehmen auch etwas mit nach Hause, weil auch die anderen Familienmitglieder hungern.“ Unsere erfolgreiche Weihnachtsaktion sichert indessen die Versorgung der Kinder im Kindergarten Fullasa für das gesamte diesjährige Schuljahr, worüber die Schwestern sehr glücklich sind.

Ein weiterer Brennpunkt war die Region Borana, wo an drei Schulstandorten und in sechs Internaten Ausspeisungsprogramme die wesentliche Basis für den Schulbesuch von 1500 Kindern, vor allem für die Mädchen, darstellten.

Vor Ort bei den Partnerorganisationen und in den Schulen
Die Arbeit vor Ort
ist für mich und unser Team von SCHRITTE IN ÄTHIOIEN ein ganz entscheidender Faktor. In meiner Aufgabe als Programmmanager für Bildungs- und Kinderprojekte der Caritas Auslandshilfe Vorarlberg in unseren vier Schwerpunktländern bin ich regelmäßig drei Mal im Jahr in Äthiopien vor Ort, um mit den Partnerorganisationen, vor allem aber auch mit den Kindern und Jugendlichen, die wir in unseren Projekten unterstützen, zu arbeiten. Daher kann ich auch als Obmann von SCHRITTE IN ÄTHIOPIEN die Garantie geben, dass die Spenden unseres Vereins effizient und gezielt für den Schulbesuch der  25.212 Kinder eingesetzt wurden.

Die Vergleichszahlen zu den staatliche Schulen zeigen, dass die Qualität der Bildung in den von uns unterstützen Schulen des Vikariats massiv besser ist: Mindestens drei- bis vier Mall so viele Kinder schaffen in unseren Schulen den Klassenabschluss und die Aufnahme in eine Highschool. Beim Besuch im November 2025 in der Missionsschule in Dhoqolle konnte ich gemeinsam mit dem Team vor Ort erstmals Schuluniformen an die Kinder überreichen und mich von der Freude und dem Stolz der Schülerinnen und Schüler überzeugen, die sie dabei zeigten.

AKTUELLE ZAHLEN ZUM SCHULJAHR 2024/25 

25.212 Schülerinnen und Schüler wurden in den Bildungseinrichtungen des Vikariats Awasa unterrichtet·      

Ausbildungsworkshops und Trainings für 160 Lehrpersonen und administrativem Personal
in modernen Unterrichtstechniken und Kinderschutz. Diese geben als Multiplikator*innen ihr Wissen an die anderen Unterrichtenden weiter.

26.5 Prozent der Kinder
, deren Eltern die Schulgebühren nicht bezahlen konnten, erhielten diese in Form eines Stipendiums aus dem Projektbudget.

Michael Zündel, April 2026


Tracks - mein langer Schulweg nach Dhadim

© SCHRITTE IN ÄTHIOPIEN 2023